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Qualität findet immer einen Markt

Herman van der Meij, Managing Director Global Export, Recycling Division, diskutiert die anhaltenden Herausforderungen für den Export von Altpapier und die bei seiner jüngsten Präsentation vor der Confederation of European Paper Industries (CEPI) aufgeworfenen Fragen.

Der globale Exportmarkt wird derzeit von Änderungen und Herausforderungen erschüttert, wie ich es in meiner 25-jährigen Karriere noch nicht gesehen habe.

Ganz oben auf der Liste dieser Herausforderungen steht der Druck, unter dem sich die Exportmärkte für PfR – Papier für Recycling befinden. Seit Anfang der 1990er bis 2016 war meine Karriere im europäischen Abfall- und Recyclingsektor mehr oder weniger geprägt durch den ungebremsten Aufstieg Chinas als weltweiter „König des Recycling“.

Jahr um Jahr wurden steigende Mengen an Papier und Plastik von Europa und den USA aus an chinesische Häfen geliefert. Angesicht der wachsenden Nachfrage des Marktes <33/>sieht man leicht, wie so eine weltweite Recycling-Wirtschaft um 28 Millionen Tonnen und 150 Mrd. GBP entstehen konnte.

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Die Entscheidung Chinas Ende 2015, neue strenge Standards über Verunreinigungen und Inspektionsvorschriften einzuführen, hat die Lage von Grund auf geändert. Der praktisch unmittelbare darauf folgende Einbruch der PfR-Importe nach China um 34 %* hinterließ eine Exportlücke, die für beide Seiten der Welt bedeutende Folgen hatte.

Während Exporteure die Welt fieberhaft nach neuen Käufern durchsuchten, kauften Recycler in Südostasien die angebotene Ware und waren schnell von den schieren Recyclingmengen überwältigt, deren Abnahme sie vereinbart hatten. Gleichzeitig schadete die Ablehnung von PfR-Einfuhren Chinas eigener Papier- und Verpackungsbranche, da sie stark von Recyclingpapierimporten abhängig war.

Um das Problem in den richtigen Zusammenhang zu rücken: 2016 gingen rund 50 % der gesamten EU PfR-Exporte und fast 70 % der US-Exporte nach China – im Jahr 2018 waren diese Zahlen auf 26 % bzw. 40 % zurückgegangen. Jetzt wird weitgehend davon ausgegangen, dass die nächste Reihe von Lizenzen für 2020 einen weiteren Rückgang um 2,5 Mio. Tonnen zur Folge haben wird.

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Ein globaler Recycling-Markt

Drei Jahre nach Chinas Kehrtwende unterlagen die PfR-Preise verständlicherweise starken Schwankungen. Laut dem jüngsten CEPI Monthly Report für September 19 wird vorausgesagt, dass Chinas Anteil am globalen PfR-Exportmarkt dieses Jahr von etwa 35 % 2018 auf rund 28 % zurückgehen wird. Dabei ist der gleiche Rückgang im Einheitspreisindex zu verzeichnen.

Darüber hinaus wird der Markt durch heftigen Gegenwind der Weltwirtschaft u. a. aufgrund von Brexit und US/chinesischen Handelskriegen stark gebeutelt. Trotz des Rückgangs der nach China gelieferten PfR-Mengen sind die globalen Exporte von DS Smith relativ stabil geblieben. Wir managen jährlich mehr als 5,5 Mio. Tonnen Material über Europa hinweg, das alles von Wellpappe und Zeitungen bis hin zu gemischter Ware aus der Sammlung von Haushaltsabfällen umfasst.

Von diesen 5,5 Mio. Tonnen wird ein Drittel weiterhin außerhalb des DS Smith Netzwerks verkauft. Zusätzlich zum Export von Material nach Indien, Indonesien, Thailand - und wir erfüllen weiter die strengen Reinheitsvorschriften von 99,5 % in China - erweitern wir unsere Geschäfte stark und liefern zunehmende Mengen hochwertiger Rohstoffe an neue Märkte.

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Ausschlaggebend ist die Qualität

Glücklicherweise haben wir uns bei DS Smith nie auf einen einzigen Markt gestützt. Vielmehr arbeiten wir weiter mit Kunden und Partnern in aller Welt zusammen, liefern voll überprüfbare Recycling- und Rückgewinnungsrouten, die die Nachhaltigkeitsanforderungen von Gesellschaft und Umwelt erfüllen. Mehr noch: Unser Fokus liegt schon immer auf hochwertigem Material. Und unter schwierigen Marktbedingungen sehen wir die langfristigen Vorteile dieses Einsatzes für Qualität für unsere Kunden und Recycling-Partner weltweit.

Das meiste von uns gesammelte Papier endet in unseren 14 Papiermühlen in ganz Europa, die fertige Papierprodukte für unsere Verpackungsproduktion liefern. So bieten wir weiterhin die Kreislauf-Recycling-Lösungen, durch die hochwertiges Recyclingmaterial möglichst lange im Supply Cycle bleibt. Wie jeder andere Rohstoff ist die Qualität des Recyclingmaterials, das in unseren Mühlen eintrifft ausschlaggebend, und mit dem e-Commerce Boom, der die Mengen von Verpackungsmaterial aus Haushaltsabfall anschwellen lässt, ist die Trennung von noch größerer Bedeutung geworden.

Oft stammen gemischte Papierabfälle aus trockenen Recycling-Sammlungen, wo sie zusammen mit Kunststoffen und anderen Materialien gesammelt und dann in einer Recycling-Anlage sortiert werden. Das liefert üblicherweise eine PfR-Ausbeute von niedriger Qualität, weshalb wir aktiv für eine Recycling-Infrastruktur kämpfen, die den Herausforderungen der Zukunft entspricht.

Zwischenzeitlich arbeiten wir mit unseren Kunden an der Entwicklung von Sammelverfahren, die sich auf eine Vermeidung von Verunreinigungen konzentrieren und dafür sorgen, dass Papier und Karton von anderen Materialien getrennt gehalten werden und den strengen Anforderungen der EN643 entsprechen. Um Verunreinigungen zu vermeiden und die Qualität zu fördern, verbessern und erweitern wir darüber hinaus unsere Recycling-Infrastruktur, was unser achtstufiges Inspektionsverfahren umfasst. Aber nicht nur das: Wir haben Investitionen sowohl in Nahinfrarot- (NIR) als auch in Mikrowellentechnologie geleistet, die Feuchtigkeit, Asche, Plastik und die Zusammensetzung der bei uns eingehenden Stoffe beurteilen.

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Eine Verpflichtung, der wir uns nicht entziehen können

Ich wurde kürzlich eingeladen, auf der CEPI Containerboard Conference in Rotterdam zu sprechen. Wie bei diesem Artikel war der Fokus meiner Präsentation die Lage des globalen PfR-Exportmarktes und auf DS Smiths Verpflichtung für Qualität. Unter den etwa 100 Delegierten wird erwartet, dass Indien und Indonesien bald Chinas Beispiel folgen und neue strengere Richtlinien für den Import von PfR einführen werden, was die Qualitätsthematik weiter an Bedeutung gewinnen lässt.

Eine der wichtigsten gestellten Fragen war, wie es sich unsere Branche leisten kann, die erforderlichen Investitionen vorzunehmen, um die Qualität des Recyclingmaterials zu erhöhen und Verunreinigungsstandards von nur 0,5 % zu erreichen. Meine Antwort lautet wie immer: Wie können wir es uns leisten, sie nicht vorzunehmen?

Nicht nur befindet sich der Preis von minderwertigem Altpapier im freien Fall, es ist auch ein hoher Preis für Container zu zahlen, die im Export/Import abgelehnt werden und an den Docks zurückbleiben. Nach meiner letzten Schätzung würde ein voller PfR-Container bis zum 12-fachen seines Wertes an Strafgebühren und Verzögerungen kosten, falls Verunreinigungen festgestellt würden.

Dazu kämen noch die ökologischen Kosten eines versäumten Recyclings der gesammelten Abfälle. Wir können nicht zu einer Zeit zurückgehen, als wir das Verbrennen oder Vergraben von Altpapier als Lösung in Betracht gezogen hätten. Wir brauchen eine Strategie für die Zukunft, die sich auf Qualität konzentriert. Im Rahmen des EU-Kreislaufwirtschaftspakets wächst der Druck, die Recyclingraten zu verbessern. Das ist sowohl positiv wie auch bei richtigem Management machbar.

Zum Beispiel konzipiert und entwickelt DS Smith seine Verpackung standardmäßig nach den Grundlagen ökologischen Designs. Wir denken also bereits bei der Herstellung an das Lebensende unserer Produkte. Daher ist unser Ziel, bis 2025 100 % wiederverwendbare oder recyclingfähige Verpackungen herzustellen. Jeder Aspekt der modernen Welt steht vor der Herausforderung, transparenter zu arbeiten. Aufkeimende Technologien wie Blockchain und die rasche Zunahme von Big Data könnten Vorteile für unsere Branche schaffen, indem sie eine neue Ära der Offenheit einleiten, die letztlich die Qualität des Recyclings verbessern könnte.

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Der Markt ist also von Turbulenzen gekennzeichnet und wird das wohl auch bleiben. Aber ungeachtet der Preise, Bestandsniveaus oder anderen Einflüsse auf Makroebene kann hochwertiges fertiges Papier nur aus hochwertigem Altpapier hergestellt werden. Sowohl umwelttechnische Überlegungen als auch solide wirtschaftliche Logik sprechen für eine qualitätsorientierte Verbesserung unserer Recyclingsysteme.

Wie auch das Wasser findet Qualität immer ihren Weg.